Studien- und Berufsorientierung

Studien- und Berufsorientierung

„Eins ist sicher, mir ist nicht bang vor Berufen. Es gibt so viele.“

Neben der Bindung an einen Partner ist die Entscheidung für einen Beruf wohl die wichtigste im Leben, aber beiden Wahlen gemeinsam ist nicht nur, dass die Festlegung nicht in jedem Falle endgültig, sondern auch, dass sie aus der Sicht vieler unserer Schüler_innen noch weit entfernt ist. Entsprechend kann es weniger Aufgabe der Schule sein eine bestimmte Entscheidung herbeizuführen, als Wege dahin aufzuzeigen, d.h.  einen Prozess der Berufswahl in Gang zu bringen und dafür hilfreiche Qualifikationen zu vermitteln.

Im allgemeinen Sinn soll dazu jeder Unterricht beitragen, der u.a. einübt, Informationen zu beschaffen und auszuwerten, Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden, Für und Wider abzuwägen und Probleme planvoll und längerfristig zu lösen, der Neugier weckt, zu Ausdauer erzieht und zu Selbständigkeit ermutigt.

Insbesondere ist das Bewusstsein für Wirtschaft und Arbeitswelt zu wecken bzw. zu erweitern, wie es zunächst im Politikunterricht geschieht. Aber auch andere Fächer wie Deutsch und Fremdsprachen, Geschichte und Religion tragen dazu bei, dass Themen des Berufslebens und Gedanken der eigenen Berufswahl nicht verdrängt, sondern in Form von Texten, Rollenspielen, Übungsdiskussionen u.a. behandelt werden.

Zu Berufsorientierung im engeren Sinne kommen wir durch den neuen Erlass „KAoA“ (Kein Abschluss ohne Anschluss) dann ab Klasse 8 zu neuen Bausteinen: Erstens der Potentialanalyse, welche durch einen außerschulischen Träger durchgeführt wird und die Stärken und Interessen der Schüler/innen aufdeckt. Zweitens der Auswertung dieser, damit deren Ergebnisse für den zweiten Baustein in Jahrgangsstufe 8.2, der Berufsfelderkundung (BFE), genutzt werden können. Bei diesen Berufsfelderkundungen (jede/r Schüler_in muss drei Berufsfelderkundungen machen) besteht die Möglichkeit, diese durch den boys and girls day, eine durch die Schule organisierte BFE oder gekoppelt an die DIFF-Kurse abzudecken. An diesen Aktionstagen können die Schüler_innen Einblicke in Berufsfelder gewinnen, die sie im Prozess der Berufsorientierung in Betracht ziehen. Ein wichtiges Ziel ist dabei die Erweiterung der Lebensperspektiven und des Berufsspektrums.

Ein Portfolioinstrument wird für alle Klassen 8 eingeführt, in welchem die Schüler_innen ihre berufliche Planung festhalten und dokumentieren. Zudem finden halbjährlich Beratungsgespräche statt. Eine monatliche individuelle Beratung kann in der Schule durch Herrn Engels (Agentur für Arbeit) wahrgenommen werden. Und auch die Universität Wuppertal bietet Beratung in unserer Schule an.

Durch die Einführung des Technikunterrichts im Differenzierungsbereich der Mittelstufe versucht unsere Schule das vorhandene Technikinteresse der Schüler_innen u. a. durch Aufgreifen innovativer Technologien auszubauen und für Technik zu begeistern. Durch die enge Zusammenarbeit mit unseren Partnerunternehmen ergeben sich positive Effekte auf beiden Seiten. So entstehen enge Kontakte der Schüler_innen zu Unternehmen und damit zu potenziellen Ausbildungsbetrieben und die Betriebe erreichen eine mögliche Verbesserung der Nachwuchssituation in unserer Region. Gleichzeitig möchten wir eine Verbesserung der Berufswahl- und Ausbildungsfähigkeit der Schüler_innen erreichen und für den Beruf als Ingenieurin oder Ingenieur werben.

In Klasse 9 gibt es eine Berufsberatung im Klassenverband durch das Arbeitsamt, die Schüler_innen erkunden Eignungsprofile und Informationsmöglichkeiten im Internet, insbesondere bei einem Besuch im Berufsinformationszentrum, und hören Ratschläge aus der Praxis zu Fragen der Bewerbung. Sachtexte und Referate zum Thema Arbeit/Beruf im Deutschunterricht ergänzen diese Angebote. Dabei geht es noch nicht um die Entscheidung für einen bestimmten Beruf, sondern darum, die Bereitschaft der Schüler_innen zu wecken, sich mit Fragen ihrer Berufswahl zu beschäftigen

In den Jahrgangsstufen 8 und 9 stellen wir unseren Schülern/innen auch die technikorientierten Kurse des Bergischen Schultechnikums (BEST) vor. Das Projekt zielt darauf ab, den Schüler_innen im Bergischen Städtedreieck Technikunterricht im Zusammenhang mit Maßnahmen zur Berufsorientierung zukommen zu lassen und ihnen eine fundierte technische Grundbildung zu vermitteln. Viele unserer Schüler_innen nehmen an diesen Kursen seit Jahren teil. Am Ende der Jahrgangsstufe 9 erfolgt dann die Anschlussvereinbarung.

Diese Schritte sollen auch helfen, bewusster eine Stelle für das in JS 10 stattfindende vierzehntägige Betriebspraktikum auszuwählen. Hierzu suchen sich die Schüler_innen – überwiegend selbständig – einen Betrieb, in dem sie, nun schon im Hinblick auf einen möglichen Beruf, Anforderungen am Arbeitsplatz, innerbetriebliche Organisationsabläufe und Sozialbeziehungen erleben können; die Schule hilft durch Vor- und Nachbereitung unmittelbar vor bzw. nach dem Praktikum diese Erfahrungen zu strukturieren und zu verarbeiten. Hier geht es vorbereitend zunächst um organisatorische und rechtliche Fragen sowie Umgangsformen im Betrieb. Übertriebene bzw. falsche Erwartungen an eine Praktikumstätigkeit sind zurechtzurücken; so ist u.a. der Enttäuschung vorzubeugen, dass praktische Tätigkeiten oft nur begrenzt möglich sind und Erfahrungen auch/eher durch Beobachtung und Gespräch gewonnen werden können. Geklärt werden ferner Erwartungen der Praktikumsgeber sowie die Anforderungen an das von den Praktikant_innen zu gestaltende Berichtsheft, eine Mappe, die sowohl obligatorische wie – je nach betrieblicher Situation zu aktualisierende – fakultative Bestandteile haben soll. Nachbereitend berichten die Schüler_innen dann von Einsichten, erörtern Einschätzungen und Wertungen, reflektieren die Ausschnitthaftigkeit ihrer Erfahrungen und ziehen erste Schlussfolgerungen für weitere Schritte, etwa zu Information, gezielter Arbeit an eigenen Defiziten oder ergänzenden selbst verantworteten Praktika in den Schulferien. Einer vertieften Reflexion dient auch der umfangreiche Praktikumsbericht, den die Betreuungslehrkräfte, welche die Praktikant_innen im Betrieb besucht haben, mit einem Zeugnisvermerk prämieren. Gekoppelt an den Besuch der zuständigen Lehrkraft ist auch wieder ein Beratungsgespräch.

In der Sekundarstufe II zu Beginn der EF findet ein 4-stündiger Workshop, die Standortbestimmung, statt. In diesem arbeiten die Schüler_innen weiter an ihren Berufswahlpässen und versuchen sich zu positionieren:

Der erste Workshop zum Thema “Standortbestimmung“ (SBO 5.6) bietet den Schüler_innen die Möglichkeit, einen bewussten Rückblick auf den Prozess ihrer Beruflichen Orientierung in der Sekundarstufe 1 vorzunehmen. Gleichzeitig geht es zu diesem Zeitpunkt um die Frage der Verortung innerhalb der individuellen Orientierungsprozesse der Schülerinnen und Schüler.

Nach dem Praktikum erfolgt dann der zweite 4-stündige Workshop, die Entscheidungskompetenz 1, in dem die Schüler_innen im Workshop zur “Entscheidungskompetenz 1“ (SBO 5.7) in thematischen Schwerpunktgruppen und in ihrem persönlichen Tempo zu ihren individuellen Fragestellungen arbeiten. Die Erkenntnisse lassen sich für die Schüler_innen als Wegweiser in Richtung Praxiselemente der Sekundarstufe 2 (SBO 6.2.3) nutzen.

Berufskundliche Informationen werden für die Sekundarstufe II weiterhin ständig an einem schwarzen Brett und auf der BO-Taskcard auf IServ veröffentlicht, so z.B. Angebote von Fachhochschulen und Universitäten, aus der Wirtschaft oder des Arbeitsamtes, gezielte Stellenangebote, Termine der ZVS u.Ä. 

In der Q1 finden nach dem Check-U (Selbsterkundungstool der Arbeitsagentur), in welchem die SuS nach einer kurzen Einführung am PC Bausteine der beruflichen Orientierung mit dem Erkundungstool selbstständig durchführen. Dieser beinhaltet Tests zum persönlichen Kompetenz- und Interessensprofil, mit den Ergebnissen passende Ausbildungen/Studiengänge finden sowie anschließend in die Auswertung und in die Beratung zu gehen.

Danach finden die Praxistage statt. Diese sind fünftägig und finden in der Universität Wuppertal statt.

Gesprächskontakte mit Berufsvertretern, wie sie im Tal traditionell vor allem Ausbildungsbörse und Primanertage ermöglichen, werden bei uns am GymBay durch hausinterne teilweise auch externe Workshops unserer Partnerfirmen in einem monatlichen Rhythmus angeboten, und zwar für SchülerInnen der JS 10-11.

Durch die Teilnahme an mindestens 2 Workshops unserer Partnerbetriebe erhalten die SuS die Gelegenheit sich je nach Interesse entweder für einen Workshop von der Sparkasse, Helios, der AOK, Bayer, der Debeka, Bucs.IT oder anderen Firmen einzutragen und diese zu besuchen. Dort finden dann Betriebsbesichtigungen oder Bewerbungstrainings statt. Auch werden Ausbildungsmöglichkeiten oder das duale Studium vorgestellt.

Am Ende der Q1 erfolgt dann der letzte vierstündige Workshop, die Entscheidungskompetenz 2, in der die Schüler_innen vor der Herausforderung stehen, ihre Wünsche und Ziele klar und realistisch zu formulieren. Hierzu zählt ebenso die Beschäftigung mit den Anforderungen der Institutionen, die in Frage kommen. So führen die Schüler_innen in diesem Workshop ihre persönlichen Erfahrungen und Ziele mit den institutionellen Möglichkeiten zusammen und entwickeln individuelle konkrete Strategien für die Schritte, die sie zum Erreichen gehen müssen. Diese ganzen Erfahrungen und Ergebnisse der einzelnen Bausteine können sie dann mit in die Anschlussvereinbarung nehmen, die am Ende der Q1 online ausgefüllt wird.

Ein Alleinstehungsmerkmal besitzt unsere Schule durch unsere 33 Partnerfirmen, die sich auch einmal im Jahr zu einem Netzwerktreffen zusammenfinden, um sich über aktuelle schulische und wirtschaftliche Themen austauschen.

Verantwortlich für die Studien- und Berufswahlorientierung sind die STUBOS Frau Burth, Frau Schneider (zuständig für die SII- Jahrgangsstufen 11-13) und Frau Stenzel (zuständig für die SI – Jahrgangsstufen 5-10).

Einblicke in die Veranstaltung und Workshops zur Berufsorientierung

Schülerinnen und Schüler der Q1, die ein freiwilliges soziales Jahr machen möchten besuchen den Workshop der Johanniter.