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Bericht zur Trier-Exkursion des Lateinkurses

Unsere Latein-Exkursion begann am Hauptbahnhof Wuppertal nach Trier oder wie der Lateiner auch Roma Secunda zu sagen pflegte. Trotz pünktlicher Ankündigung verspätete sich unser Zug – typisch Bahn. Nach einer deutlich verzögerten Ankunft in Trier erreichten wir schließlich unser Hostel.

Direkt nach dem Einchecken starteten wir mit unserer ersten Führung durch die Stadt. Wegen der Hitze wurde sie auf 90 Minuten verkürzt, doch wir lernten viel – vor allem über das Wahrzeichen Triers: die Porta Nigra. Ursprünglich Teil der römischen Stadtmauer, wurde sie um 170 n. Chr. erbaut. Ihren heutigen Namen („Schwarzes Tor“) erhielt sie durch die dunkle Verfärbung des gelben Sandsteins, verursacht durch Witterung und Oxidation von Mangan. Im Mittelalter diente das Bauwerk zeitweise als Kirche, nachdem sich der Heilige Simeon darin einmauern ließ. Später ließ Napoleon diese Umnutzung wieder rückgängig machen – heute ist die Porta Nigra ein beeindruckendes Beispiel für römische Architektur und Wandel durch die Jahrhunderte. Den Abend konnten wir frei gestalten. Nach einem kurzen Einkauf und ein paar Videos auf dem Handy wurde es allerdings schwierig mit dem Einschlafen – es war einfach zu heiß.

Am nächsten Morgen ging es früh los. Nach einem schnellen Frühstück besuchten wir das Rheinische Landesmuseum Trier, eines der wichtigsten archäologischen Museen Deutschlands. Dort erfuhren wir, dass Trier (lat. Augusta Treverorum) bereits 17 v. Chr. gegründet wurde. Besonders beeindruckend war ein Mosaik bestehend aus ca. 280.000 Steinen. Die alten Römer waren richtig gut darin, Bilder aus kleinen Steinchen zu legen. Reiche Leute hatten solche bunten Bilder oft auf dem Boden oder sogar an den Wänden ihrer Häuser. Zu sehen waren zum Beispiel Götter, Helden, Tiere oder Szenen aus dem Alltag, wie die Weinernte oder Kämpfe im Zirkus. Mosaike waren nicht nur schön, sondern auch praktisch: Wenn beim Essen mal etwas auf den Boden fiel, konnte man sie leicht sauber machen.

 Weitere Highlights waren Modelle der Stadt, die Römerbrücke (älteste erhaltene Brücke nördlich der Alpen), das Amphitheater sowie die Kaiserthermen.

Am Nachmittag besuchten einige von uns mit Frau Salzberg zusätzlich das Karl-Marx-Haus, das Geburtshaus des berühmten Philosophen. Hier konnten wir seinen Lebensweg nachvollziehen und seine Rolle als Begründer des Marxismus besser verstehen. Die Ausstellung bot viele multimediale Elemente und war – auch für Nicht-Fans – spannend gestaltet.Fotos: Celina Heyer, Sophia Latzel und Max-Georg Teichert (10b

Nachmittags folgte noch eine Führung durch die Kaiserthermen. Die römischen Badeanlagen sollten einst zu den größten des Reiches gehören, wurden jedoch nie vollständig fertiggestellt. Besonders eindrucksvoll waren die begehbaren unterirdischen Gänge, die früher von Sklaven genutzt wurden, um Feuer für die Heizanlagen zu unterhalten. Ein kleines Rollenspiel zur Funktion der Thermen rundete die Führung ab – mit viel Gelächter.

Den letzten Abend verbrachten wir beim gemeinsamen Essen und einem lockeren Treffen mit dem anderen Lateinkurs. Am Freitagmorgen hieß es früh aufstehen, Koffer packen und auf zum Amphitheater. Dort haben wir exklusiv eine Vorstellung mit dem Titel „Der Gladiator Valerius“ bekommen. Ein Schauspieler hat uns das Amphitheater aus Sicht eines überlebenden Gladiator gezeigt. Es war sehr interessant gestaltet und hat uns allen sehr gut gefallen.

Trotz einiger (Hitze-)Hürden war es eine gelungene Fahrt – lehrreich, spannend und eine gute Gelegenheit, die antike Welt vor Ort zu erleben. Danke an Herrn Kläser und Frau Salzberg!

Von Leander Stelzer (10a) und Anna Muth (10b) Fotos: Celina Heyer, Sophia Latzel und Max-Georg Teichert (10b)