Prinzipien des Unterrichts in Politik und Sozialwissenschaften
Artikel 11 der Verfassung für das Land Nordrhein-Westfalen lautet: „In allen Schulen ist Staatsbürgerkunde Lehrgegenstand und staatsbürgerliche Erziehung verpflichtende Aufgabe.“ Das Fach Politik / Sozialwissenschaften ist in ganz besonderer Weise dieser Aufgabe verpflichtet.
Politisches und soziales Lernen sowie ökonomische Bildung sollen die Schüler und Schülerinnen zur Teilnahme im demokratischen Staat befähigen. „Die Demokratie lebt von der Aktivität ihrer Bürger und Bürgerinnen. […] Das in der Gesellschaft erreichte Maß an Freiheit, Menschenwürde und sozialer Gerechtigkeit kann schnell verloren gehen, wenn es nicht durch Aktivität und Engagement ständig gesichert und weiterentwickelt wird.“
Politisches Lernen heißt, die politische Realität zu beobachten, zu verstehen und zu ordnen. „Die Vermittlung von Kenntnissen und Einsichten dient vor allem der Entwicklung der Urteil- und Entscheidungsfähigkeit. Dies setzt Bewusstheit der eigenen Wertbindungen und Identifikationen voraus. Ziel politischen Lernens ist es, dass die jungen Menschen die Werte und Institutionen ihrer Gesellschaft verstehen und die Bereitschaft entwickeln, sie frei und selbstverantwortlich anzuerkennen, sich für sie einzusetzen oder aber Veränderungen anzustreben. Heranwachsende müssen die Fähigkeit entwickeln, sowohl tradierte Vorstellungen und Wertorientierungen für das eigene Verhalten verbindlich zu machen als sich auch gegebenenfalls bewusst davon zu lösen. Sie sollen in die Lage gesetzt werden, am Prozess der politischen Willensbildung und der Vertretung und Durchsetzung von Interessen teilzunehmen.“
„Politisches Lernen zielt demnach auf folgende Fähigkeiten:
- sich in politisch-gesellschaftlichen Problemfeldern sachkundig machen,
- soziale Wahrnehmungsfähigkeiten verbessern,
- soziale Erfahrungen verarbeiten,
- begründet urteilen,
- Folgen und Nebenfolgen von Handlungen abschätzen,
- Verantwortlich entscheiden und handeln.“
Auch die ökonomische Bildung zielt auf die Mündigkeit junger Menschen. Die Schüler und Schülerinnen sollen die ökonomischen Strukturen und Prozesse erkennen und lernen, sich im Wirtschaftsleben zurechtzufinden und wirksam und verantwortungsbewusst zu handeln. Die ökonomische Bildung möchte die Schüler und Schülerinnen zu eigener Meinungsbildung, Interessenwahrnehmung und Teilnahme am wirtschaftlichen Leben befähigen.
Das Fach Politik / Sozialwissenschaften wird an unserer Schule in den Klassen 5, 8 und 10 sowie in den Jahrgansstufen 11 bis 13 unterrichtet.
In den Klassen 5 unterrichten die jeweiligen Klassenlehrer und Klassenlehrerinnen das Fach Politik, um auf diese Weise eine höhere Stundenzahl auf die Klassenlehrer und Klassenlehrerinnen zu konzentrieren und dadurch unseren neuen Schülern und Schülerinnen den Übergang von der Grundschule auf das Gymnasium zu erleichtern.
In den Klassen 8 und 10 sowie in der Oberstufe unterrichten wir nach dem Fachlehrerprinzip.
Die Rahmenvorgaben „Politik“ und „Ökonomische Bildung in der Sekundarstufe I“ sowie die Richtlinien „Sozialwissenschaften“ des Landes Nordrhein-Westfalen sind verbindliche Vorgaben für unseren Unterricht. Darüber hinaus gehören zu unseren politisch-sozialwissenschaftlichem Angebot:
- ein „Selbstfindungstag“ für die Klassen 10, der der Berufsorientierung dient,
- die alljährliche Veranstaltung „Berufe im Gespräch“, die die Vorstellung unterschiedlicher Berufsfelder zum Ziel hat,
- ein zweiwöchiges Betriebspraktikum in der Jahrgangsstufe 11,
- die Teilnahme am Planspiel Börse der deutschen Sparkassen,
- die Teilnahme am Planspiel „POLIS“, das die Deutsche Bundeswehr organisiert und leitet
(Schüler und Schülerinnen der Jahrgansstufen 10 bis 13 können auf freiwilliger Basis teilnehmen),
- Besuch von Sitzungen des Stadtrates, ggf. auch von Sitzungen der Fraktionen,
- Exkursionen zum alten Regierungsviertel von Bonn und in das gegenüber liegende Haus der Geschichte,
- Exkursionen zum Europäischen Rat in Brüssel.
