Gymnasium Bayreuther Straße Wuppertal

Drei Monate in Frankreich - ein Erfahrungsbericht von Anuschka Alfes

Vom 08.07.2018

Am 06.02.2018 ging er los – mein dreimonatiger Austausch nach Frankreich!

Vor lauter Aufregung wurde mir erst, als mein Zug Richtung Paris losfuhr, so richtig bewusst, dass ich das aller erste Mal alleine so weit reisen und so lange von Zuhause wegbleiben würde.

Auf mich allein gestellt war ich allerdings nicht. Am Hauptbahnhof von Lyon wartete Lucile, meine Austauschpartnerin, mit ihren Eltern und ihrer kleinen Schwester.

Lucile kannte ich durch den Frankreich-Austausch nach Renaison, den jeder Französischschüler des Gymbay in der neunten Klasse machen kann. Wir haben uns damals vom ersten Tag an super verstanden und sie hat mir nach meiner Woche in Frankreich den „Echange Brigitte Sauzay“ vorgeschlagen. Das ist eine Austauschorganisation für französische und deutsche Schüler. Im Gegensatz zu vielen anderen solcher Programme, ist es kostenlos und wenn man einen kurzen Bericht über seine Zeit im anderen Land schreibt, übernimmt sie sogar die Fahrtkosten.

Zuerst war ich skeptisch. Drei Monate wirkten auf mich damals schon ziemlich lang, zumal ich eigentlich gar nicht drauf warten konnte, Französisch endlich abzuwählen. Doch zurück in Deutschland ließ mich der Gedanke dann nicht mehr los. Außerdem hatte ich plötzlich, durch die vielen neugeschlossenen Freundschaften, das erste Mal so richtig die Motivation, die Sprache zu lernen und es machte mir richtig Spaß. Innerhalb von vier Monaten verbesserte sich meine Note von einer 4 zu einer 2.

Als die französische Klasse dann zu uns nach Wuppertal kam, sagte ich Lucile, ich wolle den Austausch mit machen und wir beide konnten es von da an kaum abwarten. Das Organisieren ging dank der vorgefertigten Formulare des Programmes sehr schnell und einfach und nur wenige Monate später ging es dann los.

Meine Zeit in Frankreich war unbeschreiblich. Ich habe so viele Dinge gelernt und gesehen. Vielleicht wirkt Frankreich auf den ersten Blick gar nicht so weit weg, und doch war es eine ganz neue, fremde Kultur, in der ich da gelandet war.

Die Jugendlichen verhalten sich anders, haben andere Interessen und kleiden sich anders. Für mich war es super interessant das alles zu beobachten und neue Dinge kennen zu lernen.

Auch die Schule läuft ganz anders, geht vor allem nachmittags viel länger. Im Unterricht bin ich meist ganz gut mitgekommen und aber wenn nicht, habe ich einfach die Zeit genutzt, entweder um meine deutschen Hausaufgaben zu erledigen, oder Tagebuch zu schreiben. Zum Glück hatte ich auch eine sehr lustige Klasse, in die ich vom ersten Tag an aufgenommen und integriert wurde und die meine Zeit rundum perfekt gemacht hat.

Eine weitere Sache, die für mich ganz neu war, war das Leben auf dem Dorf - umgeben von Weinbergen, in Ambierle einem kleinen Nachbardorf von Renaison. Da es dort kein Gymnasium gibt, sind wir jeden Tag mit dem Bus in die „Großstadt“ Roanne gefahren, welche aber immer noch nur ein Zehntel so groß wie Wuppertal ist. Auch wenn es manchmal ein wenig nervig war, dass nur vier Busse am Tag fahren, fand ich es herrlich. Mitten in der Natur und jeder kennt sich irgendwo her. Auch ich habe, egal wo ich war, zufällig Freunde vom letzten Jahr widergetroffen und neue Freunde dazu gewonnen.

Jetzt ist Lucile in Wuppertal und ich freue mich, ihr nun mein Leben und unsere Schule zu zeigen und hoffe, dass sie ihre Zeit genauso gut in Erinnerung behalten wird, wie ich meine…

Ich könnte Stunden über alles, was ich erlebt und erfahren habe, erzählen, kann es kaum abwarten irgendwann dorthin zurück zu fahren und kann nur jedem empfehlen, neue Kulturen kennen zu lernen, auch wenn manchmal ein bisschen Überwindung nötig ist.

Text/ Bild: A. Alfes

Christian Weier