Wenn jemand eine Reise tut, so kann er was erzählen : Klassen- und Kursfahrten

Eine gute Chance, das Gemeinschaftsgefühl zu stärken, Eltern und zunehmend auch Schüler/innen an der Planung zu beteiligen und fächerübergreifende Ziele zu erreichen, bieten mehrtägige Fahrten. Deshalb organisieren die KlassenleiterInnen bzw. TutorInnen eines der Leistungskurse solche Fahrten einmal in der Orientierungsstufe (Klasse 5 oder 6, für etwa drei Übernachtungen), zweimal in der Sekundarstufe I (Klasse 7, drei oder vier Übernachtungen; Klasse 9, etwa vier Übernachtungen) und schließlich als Abschlussfahrt in der Oberstufe (mit fünf oder mehr Übernachtungen). Um die finanzielle Belastung der Eltern (und der KollegInnen, die nur Bruchteile der Kosten von der Behörde erstattet bekommen), in erträglichen Grenzen zu halten, hat die Schulkonferenz Kostenobergrenzen festgelegt. Die Entfernungen der Ziele steigern wir wie die Dauer der Unternehmungen mit den Jahrgangsstufen. Für die Fahrt in Klasse 5/6 steht in der Regel Sport und Spiel in landschaftlich reizvoller Umgebung im Vordergrund, manchmal auch durch Fachleute der Erlebnispädagogik unterstützt, wodurch sich gruppendynamisch gute Fortschritte erzielen lassen. In der Klasse 7 ist England das Ziel der Reise, woran in der Regel die Fachlehrer und Fachlehrerinnen des Faches Englisch beteiligt sind. In der Klasse 9 wird eine Skifreizeit angeboten; wenn die Klasse - etwa aus Kostengründen - eher ein anderes Ziel bevorzugt, wird dieser Wunsch berücksichtigt. Die Kursfahrten der Oberstufe haben den Charakter von Studienfahrten, d.h. sie werden noch gründlicher im Unterricht und durch Referate vorbereitet; ein Zweck liegt auch in der Einübung von Bildungsreisen. So führten solche Fahrten bereits mehrfach an die Costa Brava - aber nicht, um mit einschlägigen bis berüchtigten Angeboten des Spaßtourismus zu konkurrieren, sondern um Kultur- und Naturerlebnisse miteinander zu verbinden, etwa die Besichtigung der "Sagrada Familia" mit Stadtbild und Hafen von Barcelona oder einen Besuch des Dali-Museums in Figueras und einen Ausflug ins Gebirgskloster Montserrat. Ein weiteres beliebtes Ziel war Prag, die goldene Stadt an der Moldau, mit ihrem einzigartigen historisch erhaltenen Stadtbild und vielfältigen Theaterangeboten sowie Exkursionen zur Erkundung von Bergbau oder Glasherstellung. Wie Abiturzeitungen ausweisen, bleiben solche Erlebnisse oft nachhaltiger in Erinnerung als der alltägliche Unterricht, dieser kann aber auch in sozialer wie intellektueller Hinsicht davon zehren.